Wechseljahre

Wechseljahre der Frau – Menopause und Klimakterium

Ab Mitte 40 beginnt bei den meisten Frauen das so genannte Klimakterium. Nach und nach kommt es zu einem Rückgang der Hormonproduktion, zunächst von Progesteron (Gelbkörperhormon) und später von Östrogen.

Die Dauer und Intensität der Wechseljahre sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Rund ein Drittel der Frauen hat gravierende körperliche und seelische Probleme, ein weiteres Drittel mittlere bis leichte Beschwerden und ein Drittel gar keine Schwierigkeiten. Typische Wechseljahrsbeschwerden sind: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Herzrasen, Scheidentrockenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Harninkontinenz und Übergewicht.

Progesteron und Östrogen haben für den Körper eine weit reichende Aufbau- und Schutzfunktion, ein langfristiger Hormonmangel wie er in und nach den Wechseljahren auftritt hat deshalb viele nachteilige Auswirkungen: die Spannkraft der Muskeln lässt nach, Osteoporose und Arthrose schreiten schneller voran, die Gefahr von Arterienverkalkung, Schlaganfall und Bluthochdruck steigt an, ein Altersdiabetes kann sich entwickeln, es besteht die Gefahr von Altersdemenz.

Diagnose und Behandlung

Einer Behandlung geht immer eine gründliche Diagnose der Hormonwerte voran. Wichtig ist es auch, die persönliche Situation der Patientin zu berücksichtigen und eine Familienanamnese zu erheben, um mögliche Risiken einer Behandlung frühzeitig zu erkennen und zu meiden. Erst dann werden die Hormongaben individuell angepasst.

Bis vor kurzem wurde in der Hormontherapie von Wechseljahresbeschwerden pauschal zu hohe Östrogene verordnet, die als Tabletten eingenommen wurden. Dazu wurden künstliche Gestagene verschrieben. Dies hat zu vielen Nebenwirkungen, wie Gallenerkrankungen oder Thrombose, und zu einem leichten Anstieg bestimmter Krebserkrankungen - insbesondere Brustkrebs - geführt. Heute weiß man, dass dies der falsche Weg der Verabreichung war. Allerdings muss an dieser Stelle relativierend ergänzt werden, dass durch Übergewicht und Alkoholkonsum das Krebs-Risiko wesentlich mehr gesteigert wird als durch die Verabreichung zu hoher und falscher Östrogene.

Richtig ist es, die weniger werdenden Hormone auszugleichen, sodass das natürliche Gleichgewicht von Östrogenen und Progesteron wiederhergestellt wird. Äußerst wichtig ist auch die Darreichungsform des Östrogen. Wird das Östrogen als Gel über die Haut eingenommen, kann es sehr individuell dosiert werden. Zum anderen wird es nicht über den Verdauungstrakt aufgenommen, wodurch die Möglichkeit von Gallenerkrankungen ausgeschlossen wird. Der zweite äußerst wichtige Punkt ist die Gabe von natürlichem Progesteron. Die großen Studien zur Hormontherapie haben gezeigt, dass der Zusatz eines synthetischen Gestagens (Progestagen) zu einer beträchtlichen Steigerung des Brustkrebsrisikos führt. Für das natürliche Progesteron konnte das nicht beobachtet werden. Zudem besitzt natürliches Progesteron stimmungsaufhellende, angstlösende und schlaffördernde Effekte. Überdies hat es eine leicht entwässernde und blutdrucksenkende Wirkung und birgt keine Thrombosegefahr. In einer großen Studie konnte beobachtet werden, dass die Einnahme von transdermalem Östrogen und natürlichem Progesteron zu keinem erhöhten Krebsrisiko führt.

Was Sie selbst tun können

Wichtig ist eine regelmäßige körperliche Betätigung. Diese regt den Stoffwechsel und Kreislauf an, verlangsamt Abbauvorgänge im Organismus und beugt Übergewicht vor. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung aus viel frischem Gemüse und magerem Fleisch und Fisch sowie fettarmen Milchprodukten von großer Bedeutung. Achten Sie darauf, genug Wasser und ungesüßte Tees zu trinken. Nikotin und zu viel Alkohol sollten gemieden werden.

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