Häufige Fragen

Häufige Fragen

Hier haben wir die häufigsten Fragen aus unseren Sprechstunden für Sie zusammengestellt.

Grundlegende Fragen zur Kinderwunschbehandlung

Wie lange sollte man warten, bevor man einen Spezialisten für Reproduktionsmedizin aufsucht?

Für junge Paare, die nicht mehr verhüten, liegt die durchschnittliche monatliche Schwangerschaftsrate bei etwa 20 % (sogenannte Fecundabilität).
Für »normale« Paare bedeutet dies, dass nach durchschnittlich fünf Monaten mit einer Schwangerschaft zu rechnen ist. Nach spätestens zwölf Monaten nimmt die Wahrscheinlichkeit einer sogenannten »spontanen Schwangerschaft« immer weiter ab. Deshalb lautet die Empfehlung für junge Paare, spätestens nach zwölf Monaten einen Spezialisten aufzusuchen. Bei einem Alter der Frau über 30 oder des Mannes über 40 empfiehlt sich dieser Schritt bereits nach sechs Monaten.

 

Ist durch eine Kinderwunschbehandlung das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften grundsätzlich erhöht?

Nein, ob eine Mehrlingsschwangerschaft eintritt, hängt einzig und allein von Ihrer Entscheidung - Sie bestimmen die Zahl der zu transferierenden Embryonen - und dem Management des Arztes ab. Allerdings sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass viele unserer Paare sich eine Zwillingsschwangerschaft wünschen!

 

Wie sinnvoll ist es, zunächst die Basaltemperatur zu messen oder einen Zykluscomputer einzusetzen?

Durch das Messen der Körpertemperatur vor dem Aufstehen kann unter idealen Umständen der Eisprung bestimmt werden. Dieses Verfahren ist aber äußerst ungenau, da viele äußere Einflussfaktoren wie z.B. die Schlafdauer, der Zeitpunkt des Aufstehens, eine Erkältung oder Grippe das Ergebnis verfälschen können.
Bei einem grundsätzlich unregelmäßigen Zyklus ist das Verfahren ebenfalls nicht geeignet.

Wesentlich genauer sind so genannte Zykluscomputer. Hier wird mit Hilfe spezieller Teststäbchen aus dem Morgenurin das eisprungauslösende Hormon (LH) und ein Abbauprodukt des Estradiols (Estron-3-Glucoronid) bestimmt. Bei hohen E3G-Werten und ansteigendem LH-Spiegel wird der fruchtbarste Tag angegeben. Die Auswertung erfolgt direkt mit einem Monitor. 

Zykluscomputer sind für Paare geeignet, bei denen es nach kurzer Zeit des Probierens zu keiner Schwangerschaft gekommen ist und die nun den besten Zeitpunkt im Zyklus finden möchten. Nicht geeignet ist diese Methode bei Vorliegen eines PCO-Syndrom, da die bei dieser Hormonstörung permanent erhöhte LH-Werte den Test verfälschen. Ist es nach sechs Monaten nicht zu einer Schwangerschaft gekommen, raten wir allen Frauen über 30, einen Spezialisten für Reproduktionsmedizin aufzusuchen.

Kann ich das Geschlecht meines Kindes »auswählen«?

Derzeit gibt es zwei Methoden, um das Geschlecht eines Kindes zu beeinflussen. Die eine besteht darin, Zellen eines nach künstlicher Befruchtung entstandenen Embryos zu entnehmen und genetisch zu untersuchen. Die andere Methode besteht darin, Spermien vor einer Inseminations- oder IVF/ICSI-Behandlung zu sortieren.

In Deutschland sind diese Methoden nicht zulässig. Selbst die liberale American Society for Reproductive Medicine empfiehlt diese Methoden nur in Ausnahmefällen - nämlich zum Nachweis und zur Vermeidung genetischer, geschlechtsspezifischer Erkrankungen.

Welche wichtigen Informationen erhalte ich durch Lesen des Beipackzettels von Medikamenten oder durch eine Internetsuche?

Der sogenannte Beipackzettel ist lediglich ein juristisches Dokument der Pharmafirmen zur Abwehr von Schadensersatzklagen. Das Dokument spiegelt meist nicht die im Alltag auftretenden Nebenwirkungen wider und ersetzt natürlich auch nicht die medizinische Aussage des Arztes! Übrigens: Häufig treten Nebenwirkungen erst nach Lesen des Beipackzettels auf! 

Auch die sehr beliebten Online-Recherchen über Suchmaschinen und in Foren liefern oft nur sehr fragwürdige Informationen, die meistens keinen Bezug zum tatsächlichen Problem haben.

Warum wird nicht aus jeder Eizelle ein Embryo?

Viele Paare verstehen nicht, warum sich nach IVF/ICSI von den entnommenen Eizellen nur ein relativ kleiner Teil zu Embryonen weiterentwickelt - trotz Einsatz von High-tech im Labor. Die Antwort ist relativ einfach und kommt von Mutter Natur selber. Der Grund liegt in der relativ hohen Defektrate der Eizellen. Hierbei handelt es sich um ein Naturgesetz. Diese defekten Eizellen werden abgestoßen, kurz nachdem sie befruchtet worden sind - zu einem Zeitpunkt, zu dem die Frauen noch nicht einmal wissen, dass Sie schwanger sind! Unter Laborbedingungen lässt sich diese Wahrheit unter dem Mikroskop beobachten. Solche Defekte treten gehäuft bei Frauen ab 30 auf, sind allerdings auch bereits bei jungen Frauen nachweisbar. 

Erhöht der Einsatz von Hormonen bei der Kinderwunschbehandlung die Rate an Eierstockkrebs?

Es gibt viele Gerüchte, denen zufolge Medikamente im Rahmen der Kinderwunschbehandlung Krebs auslösen können. Eine großangelegte Studie aus Kanada kommt bezüglich dieser Frage zu hochinteressanten Ergebnissen: Die Krebsrate bei Frauen, die mit solchen Medikamenten behandelt wurden, ist nicht nur nicht erhöht, sondern scheinbar sogar leicht erniedrigt.

»Ovarian cancer does not appear to be increased in treated infertile patients versus untreated infertile patients. Treated infertile patients may have a lower incidence of ovarian cancer than untreated infertile patients.« Obstet Gynecol. 2004 Apr;103(4):785-94. Assisted reproductive technology and the incidence of ovarian cancer: a meta-analysis. Kashyap S, Moher D, Fung MF, Rosenwaks Z. 

Besteht durch den Einsatz von Hormonen bei der Kinderwunschbehandlung ein erhöhtes Risiko, vorzeitig in die Wechseljahre zu kommen?

Viele Frauen fürchten sich vor Medikamenten im Rahmen der Kinderwunschbehandlung, da sie glauben, dass sie davon früher in die Wechseljahre kommen. In einer holländischen Studie zu diesem Thema wurde eine große Zahl an Frauen untersucht, die sechs oder mehr IVF-Zyklen hinter sich hatten. Es fand sich bei diesen Frauen keine Hinweise auf einen vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre.

»This retrospective cohort study included twelve IVF clinics in the Netherlands between 1983 and 1995 (n=7,842). After a 5-year follow-up period, we found no increased risk for entering the menopause among women who had undergone six or more IVF cycles«. 

Netherlands Cancer Institute, Menopause 2005, 12: 578-88. IVF does not impact menopausal age.

Welche Bedeutung haben immunologische Faktoren sowie die Immuntherapie im Rahmen der Kinderwunschbehandlung?

Ziel der Immuntherapie ist eine immunologische Umstimmung der Frau von der »abstoßenden« Immunreaktion zur »schützenden« Immunreaktion. Dies wird durch eine Behandlung mit Blutzellen des Partners (Partner-Lymphozyten), welche nach Aufbereitung im Labor unter die Haut der Frau injiziert werden, erreicht. 

Als Indikation zu einer solchen Therapie werden in erster Linie wiederkehrende Fehlgeburten (Habituelle Aborte) gesehen. 

Vor der Durchführung einer Immundiagnostik und -therapie müssen jedoch im Vorfeld die wesentlich häufigeren Ursachen einer solchen Abortneigung (z. B. Hormonstörungen, genetische Ursachen, Fehlbildungen der Gebärmutter etc.) ausgeschlossen sein.

Die Indikation zur Immuntherapie wurde in den letzten Jahren in einer Versuchsphase um die ungeklärte Kinderlosigkeit mit drei oder mehr erfolglosen Embryotransfers nach IVF oder ICSI erweitert. Nach anfänglich erfolgversprechenden Ergebnissen in Kleinstudien blieben die Ergebnisse jedoch in der systematischen, zusammenfassenden Beurteilung durch die Cochrane Database weit hinter den Erwartungen zurück und zeigten keinen signifikanten Vorteil der Immuntherapie zur Plazebogruppe. Auch wenn dies von einigen Vertretern dieser Therapie, welche erhebliche Kosten verursacht, natürlich anders gesehen wird. Ausdruck dieser enttäuschenden Ergebnisse ist die Weigerung der Krankenkassen, bestimmten Immuntherapeutika die Verordnungsfähigkeit über Kassenrezept zu gewähren. Die immunologische Sterilität und die Immuntherapie gelten international als »deutsche Mode« ohne ausreichende wissenschaftliche Basis!

Die Auswertung einer aktuellen prospektiven, randomisierten Doppelblindstudie zum Thema der Immuntherapie bei wiederkehrenden Aborten zeigte auch hier keine Verbesserung der Schwangerschaftsraten und bestätigt die bekannte Studienlage zu diesem Thema.

»Data collection and analysis: The review author and the two co-authors independently extracted data and assessed study quality for all studies considered for this review. Authors? Conclusion: Paternal Cell immunization, third party donor leukocytes, trophoblast membranes, and intravenous immune globuline provide no significant beneficial effect over placebo in improving the live birth rate.« Cochrane Database Syst Rev 2006, Immunotherapy for recurrent miscarriage.

»Intravenous immunoglobulin (IVIG) for treatment of idiopathic secondary recurrent miscarriage (ISRM): A prospective, randomized, double.blinded, placebo-controlled, multi-centered trial. Conclusion: There was no significant improvement in the ongoing pregnancy rate. There was a significantly higher mean birthweight in the intravenous immunoglobulin (IVIG) group.« Fertility Sterility Vol 92, No3, Supplement, O-230, 

Sep. 2009

Dürfen wir während einer Kinderwunschbehandlung miteinander schlafen?

Selbstverständlich bestehen hier keinerlei Einschränkungen - je häufiger und je mehr Spermien sich in der Nähe der Eizelle befinden, umso höher die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit. Wenn wir Sie bezüglich des Konzeptionsoptimums beraten, heißt das natürlich nicht, dass Sie nur während dieses Zeitraums miteinander schlafen sollten.

Verändert die Kinderwunschbehandlung den Zyklus und die Regelblutung?

Ja, insbesondere bei Frauen mit unregelmäßigem Zyklus kommt es durch die Behandlung mit entsprechenden Medikamenten, welche zum Beispiel die Eireifung verbessern, den Eisprung auslösen oder die Bildung von Gelbkörperhormon unterstützen, meist zu einer Normalisierung des Zyklus. Daher können sich während eines Behandlungszyklus die Zeitspanne bis zum Eisprung und damit auch die Länge des Zyklus verändern. Außerdem kann es durch die Verbesserung der eigenen Hormonbildung zu einer stärkeren und auch verlängerten Regelblutung kommen. All diese Veränderungen sind als positive Zeichen der Behandlung zu verstehen.

Kann ich das Geschlecht meines Kindes vor einer Sterilitätsbehandlung bestimmen?

Zurzeit gäbe es zwei Methoden, um das Geschlecht eines Kindes zu beeinflussen. Die eine besteht darin, Zellen eines nach künstlicher Befruchtung entstandenen Embryos zu entnehmen und genetisch zu untersuchen. Die andere Methode besteht darin, Spermien vor einer Inseminations- oder IVF/ICSI-Behandlung zu sortieren. Bei keiner dieser Methoden gibt es eine Garantie.
In Deutschland sind diese Methoden nicht zulässig. Selbst die American Society for Reproductive Medicine empfiehlt diese Methoden nur in Ausnahmefällen - nämlich zum Nachweis und zur Vermeidung genetischer, geschlechtsspezifischer Defekte.

Habe ich bei einer Behandlung im Ausland höhere Erfolgsraten als in Deutschland?

Seit einigen Jahren werben Anbieter aus den europäischen Nachbarländern mit preiswerten Angeboten und besseren Erfolgsaussichten. Insbesondere in Österreich gibt es Anbieter, die behaupten, das österreichische Embryonenschutzgesetz unterscheide sich grundsätzlich vom deutschen Embryonenschutzgesetz, weshalb man in Österreich »mehr machen könne« und es deshalb dort bessere Erfolgsraten gäbe. Solche Aussagen sind schöne Worte aus der Welt des Marketings! 

Häufig wird auch behauptet, dass der Blastozystentransfer in Deutschland nicht möglich sei oder keine Identifikation entwicklungsfähiger Embryonen erfolge. Der Blastozystentransfer wird in Deutschland seit Jahren praktiziert - das Wort Blastozyste wird im deutschen Embryonenschutzgesetz überhaupt nicht erwähnt! Die Identifizierung und Auswahl entwicklungsfähiger, also zu einer Schwangerschaft und zu einem Kind führender Embryonen, ist nach aktuellen Kommentierungen von Juristen auch in Deutschland im Reagenzglas erlaubt.

Unter dem Mikroskop ist heutzutage die Entwicklungsfähigkeit des jeweiligen Embryos eindeutig zu erkennen. Neben dem hohen medizinischen Behandlungsstandard hierzulande besteht gleichzeitig ein maximaler Schutz des Embryos vor missbräuchlichem Umgang. Es gibt daher keinen Vorteil für ein Paar mit unerfülltem Kinderwunsch, diese Behandlung im Ausland vornehmen zu lassen. Hinzu kommt, dass die Kosten im Ausland unter dem Strich deutlich höher liegen. Und noch ein Hinweis: die »offiziellen« Schwangerschaftsraten von Österreich und Deutschland unterscheiden sich praktisch nicht, wenn man die »ehrlichen« Zahlen der IVF-Register beider Länder vergleicht. Gerne geben wir Ihnen Einblick in die offiziellen Statistiken.

Bei den Preisangeboten ist zu berücksichtigen, dass im Ausland häufig Zusatzleistungen wie Konsultation, Ultraschall oder Blutuntersuchungen extra abgerechnet werden. Die Behandlung wird dadurch oft teurer als in Deutschland!

Paare, die eine Behandlung im Ausland in Erwägung ziehen, sollten auch bedenken, dass das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft deutlich erhöht ist, da im Ausland häufig drei oder vier Embryonen übertragen werden.

 

Fragen bzgl. Einflüsse auf den Verlauf einer Kinderwunschbehandlung

Welchen Einfluss hat das Alter der Frau auf die Fruchtbarkeit?

Der Zusammenhang zwischen Alter und Fruchtbarkeit wird von den meisten Menschen zu optimistisch eingeschätzt. Wir neigen scheinbar dazu, uns unser eigenes Alter schönzumalen. Tatsächlich nimmt die Fruchtbarkeit bereits mit Ende 20 kontinuierlich ab. Mit Beginn des 35. Lebensjahres wird der Abfall immer steiler! Das Alter hat nur dann keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, wenn bei älteren Frauen die Eizellen junger Frauen eingepflanzt werden (Eizellspende). 

Welchen Einfluss hat das Alter des Mannes auf die männliche Fruchtbarkeit?

In einer Studie der renommierten Fachzeitschrift »Human Reproduction« wurde untersucht, wie Altern das Erbmaterial in den Spermien verändert. Teilnehmer waren ausschließlich Nichtraucher, um eine Verfälschung der Ergebnisse durch die giftigen Inhaltsstoffe des Zigarettenrauches zu verhindern.
Die Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: mit zunehmendem Alter des Mannes nehmen die Schäden an seinem Erbmaterial zu und damit sinkt bei Frauen die Chance einer Schwangerschaft.

Außerdem muss von einer höheren Rate an Abgängen ausgegangen werden, wie eine Studie der Mailman School of Public Health, Columbia University, New York, nachweisen konnte. Dies hängt zum einen mit negativen Umwelteinflüssen zusammen, die im Laufe eines Lebens wie auf einem Konto »verbucht« werden, aber auch mit der Tatsache, dass mit zunehmendem Alter die Keimzellen bereits mehr Zellteilungen hinter sich haben. Zellteilungen sind - vereinfacht ausgedrückt - wie eine Kopie der Kopie der Kopie. Bei jeder Kopie kommt es zu kleinen Fehlern. Je häufiger kopiert wird, umso mehr Fehler treten auf. Bei einem 50-jährigen Mann sind im Durchschnitt bereits 800 solcher Kopien »durchgelaufen«.

Welchen Einfluss haben Genussgifte (Cola, Kaffee, Alkohol, Drogen,...) auf die Fruchtbarkeit und die Schwangerschaft?

Der schädliche Einfluss des Rauchens auf das ungeborene Kind ist seit langem bekannt. Zigarettenqualm schädigt aber auch die Eizellen der Frau und kann zu Unfruchtbarkeit und zu einem früheren Eintritt der Wechseljahre führen.
Beim Mann wirkt sich Zigarettenrauch negativ auf die Spermienqualität aus.
Die schädliche Wirkung des in Kaffee und Tee enthaltenen Koffeins wird häufig unterschätzt. Ab einer Menge von zwei bis drei Tassen Kaffee oder Tee bzw. mehr als zwei Liter Cola pro Tag steigt das Risiko einer Fehlgeburt.
Der übermäßige Genuss von Alkohol stellt die häufigste Ursache für Schädigungen des Kindes im Mutterleib dar.
Jeglicher Drogenkonsum kann zu unabsehbaren Schädigungen der Fruchtanlage führen. Lesen Sie dazu auch, welche äußere Einflussfaktoren Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können.

Welchen Einfluss hat Rauchen auf die weibliche Fruchtbarkeit?

Rauchen hat einen verheerenden Einfluss auf die weibliche Fruchtbarkeit! Die Schwangerschaftsraten zwischen Raucherinnen und Nichtraucherinnen klaffen weit auseinander! 

Außerdem ist die Rate an Mehrlingsschwangerschaften bei starken Raucherinnen deutlich erhöht. Zusätzlich verdichten sich die Erkenntnisse dahingehend, dass auch geringste Dosen schädlich sind. Wir raten strikt von Zigarettenkonsum ab!

Erhöht Übergewicht bei der Frau die Rate an Abgängen der Frühschwangerschaft?

Zum Thema Übergewicht und sein Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf gibt es eine große Zahl an Studien. Die meisten kommen zu dem Ergebnis, dass Übergewicht einen negativen Einfluss sowohl auf Schwangerschaftsverlauf als auch auf den Geburtsverlauf hat. Die Studie, die wir hier zitieren ist aus dem Jahre 2007 und hat eine sehr große Zahl (5.540) an Frauen untersucht. Sie kommt zu folgendem Ergebnis: Übergewichtige Frau haben - um den Faktor 1,7 - häufiger Abgänge. Bei Frauen mit wiederholten Abgängen (habituelle Aborte) war die Rate sogar auf das Fünffache erhöht! 

»Women with a high BMI were 1.67 times more likely to have a miscarriage than women with a normal BMI. For obese or overweight women undergoing oocyte donation or ovulation induction, the risk was increased 1.52 times and 5.11 times, respectively. Being obese also increased the risk for recurrent miscarriage 4.68-fold.« Fertility and Sterility 2007; Investigating the association between high body mass index and miscarriage following spontaneous or assisted conception 

Wie kann ich durch gesunde Lebensführung zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen?

Eine positive Einstellung und eine gesunde Lebensführung haben einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Behandlung. Lesen Sie dazu, welche äußeren Einflussfaktoren wichtig sind.

Helfen Vitamine bei schlechten Spermien?

Beim Thema Vitamine wird vieles versprochen und wenig gehalten. Die meisten Studien, die hierzu veröffentlicht werden, sind aufgrund von falschem Studiendesign nicht aussagekräftig genug oder sie wurden von den Herstellern der entsprechenden Produkte »gesponsort«.

Die renommierte »American Society of Andrology» hat 2005 eine kleine, aber feine Studie veröffentlicht. Hierbei wurden 60 Paare mit schweren männlichen Fruchtbarkeitsstörungen im Rahmen von IVF/ICSI untersucht. Es wurden zwei Gruppen gebildet. Die eine Gruppe der Männer erhielt ein Scheinmedikament, die andere Gruppe hoch dosiert Vitamine für insgesamt drei Monate vor der eigentlichen IVF/ICSI Behandlung. In der Gruppe der behandelten Paare war die Schwangerschaftsrate deutlich höher als in der Gruppe mit dem Schein Medikament. 

Natürlich fällt dieser Unterschied bei Menschen, die grundsätzlich einen gesunden Lebens- und Ernährungsstil führen, deutlich geringer aus! 

»The antioxidant group recorded a statistically significant improvement in viable pregnancy rate (38.5 % of transferred embryos resulting in a viable fetus at 13 weeks gestation) compared to the control group (16 % viable pregnancy). No significant changes in oocyte fertilisation rate or embryo quality were detected between the antioxidant and the placebo groups. Side-effects on the Menevit antioxidant were rare (8 %) and mild in nature. The Menevit antioxidant appears to be a useful ancillary treatment that significantly improves pregnancy rates in couples undergoing IVF/ICSI treatment for severe male factor infertility.

Australian and New Zealand Journal of Obstetrics and Gynaecology

2007;47:216?221. A randomised control trial examining the effect of an antioxidant (Menevit) on pregnancy outcome during IVF/ICSI treatment

Hat der Blastozystentransfer Einfluss auf das Geschlecht meines Kindes?

Eine aktuelle Studie aus Korea, welche Daten über einen Zeitraum von zwölf Jahren (knapp 41.000 IVF-Zyklen!) verglich, kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: 57 Prozent der Kinder waren Jungen, wenn ein Blastozystentransfer durchgeführt worden war. In der Gruppe, in der die Embryonen zu einem früheren Zeitpunkt transferiert wurden, waren »nur« 51 Prozent Jungen zu verzeichnen.

Außerdem fand sich ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für eineinige Zwillinge nach Blastozystentransfer.

Was bringt der so genannte Blastozystentransfer?

Beim Blastozystentransfer handelt es sich um einen Transfer von Embryonen in einem fortgeschritteneren Entwicklungsstadium - meist am Tag fünf oder sechs nach der Follikelpunktion. Der Blastozysten-Transfer ist in Deutschland an allen großen Zentren seit Jahren Standard. Allerdings ist der Blastozysten-Transfer keine »embryologische Wunderwaffe«. Sinnvoll ist ein Blastozystentransfer nur, wenn eine hohe Zahl an Eizellen zur Verfügung steht. Das längere Belassen der Embryonen in der Nährlösung kann auch Nachteile mit sich bringen, da es sich trotz allem um eine künstliche Umgebung handelt. Die Entscheidung, wann man die Embryonen transferiert, ist immer eine Einzelfallentscheidung.

Was hat den höchsten Einfluss auf die Schwangerschaftsrate bei den Methoden der Reproduktionsmedizin?

Das optimale Zusammenspiel und Ineinandergreifen sämtlicher zu diesem äußerst komplexen Prozess gehörenden Schritte. Nur eine optimale und kontinuierliche Betreuung durch einen kompetenten Spezialisten kann dies gewährleisten. Aber auch eine gesunde Lebensführung leistet einen wichtigen Beitrag. Gerade während und nach der Behandlung sollten Sie sich etwas schonen ? das ist nicht nur körperlich gemeint.

Kann man durch das Durchspülen der Eileiter die Schwangerschaftsrate erhöhen?

Bei der Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit wird eine wässrige Lösung durch die Eileiter gespült. Ein positiver Begleiteffekt dieser Spülung ist, dass gewisse, im Laufe des Lebens entstehende Ablagerungen aus dem Eileiter herausgespült werden und der Eileiter damit für die Eizellen wieder besser passierbar wird. Dadurch kommt es in der Folge zu einer deutlich höheren Schwangerschaftsrate.

Ist die Langzeitkultur der Embryonen der Kurzzeitkultur überlegen?

Ja, fast alle Daten deuten darauf hin, dass durch Langzeitkultur höhere Schwangerschaftsraten erzielt werden. Wenn man bei IVF/ICSI die Embryonen für vier oder fünf Tage in Kultur belässt, sind die Schwangerschaftsraten höher als nach zwei bis drei Tagen Kultur im Brutschrank. Voraussetzung ist allerdings, dass genügend Eizellen zur Verfügung stehen. Man kann sich dies vorstellen wie einen Marathonlauf. Nur die Besten kommen an. Dabei ist es unerheblich, ob man die Zellen vier oder fünf Tage kultiviert.

Was ist eigentlich der Gelbkörper und wie häufig ist eine Gelbkörperschwäche?

Der Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht unter Einfluss des Eisprung auslösenden Hormons LH nach dem Eisprung aus den in der Wand des geplatzten Follikels liegenden Granulosazellen. Er produziert in der zweiten Hälfte des Monatszyklus die Hormone Östradiol und Progesteron. Unter der Wirkung des Progesterons bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, beginnt der Gelbkörper wieder zu schrumpfen ? spürbar dadurch, dass sich die Regelblutung »ankündigt«.

Kommt es zur Einnistung einer befruchteten Eizelle, bleibt der Gelbkörper unter dem Einfluss des Schwangerschaftshormons HCG erhalten und wandelt sich in das sogenannte »Corpus luteum graviditatis« um. Dieser Schwangerschaftsgelbkörper sorgt für eine ausreichende Progesteron- und Östradiolproduktion.

Etwa ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel übernehmen dann Teile des Mutterkuchens diese Hormonproduktion. Deshalb wird im Falle einer Schwangerschaft die vaginale Substitution von Progesteron bis Ende der 12. Schwangerschaftswoche empfohlen.

In 90 Prozentder Fälle besteht eine Gelbkörperschwäche aus einer verminderten Progesteronproduktion, in 10 Prozent der Fälle jedoch aus einer verminderten Östradiolproduktion ? was oft übersehen wird!

Grundsätzlich gilt, dass die Diagnose Gelbkörperschwäche keine Dauerdiagnose ist. Jede Frau hat in ihrem Leben Zyklen mit einer solchen Hormonschwäche, also einmal Gelbkörperschwäche heißt nicht immer Gelbkörperschwäche! Insgesamt wird diese Diagnose viel zu oft gestellt. Feststellen kann man eine solche Schwäche durch Messung der Hormone Progesteron, Östradiol und SHBG. Behandelt wird der Hormonmangel durch Zufuhr der fehlenden natürlichen Hormone.

Fragen bzgl. Untersuchungen (Hormone, Echovist,...)

Welches sind die wichtigsten Untersuchungen, um festzustellen, ob ein Paar fruchtbar ist?

Die Diagnostik von Sterilitätsstörungen basiert auf drei Grundpfeilern: Untersuchung der weiblichen Hormone mit Ermittlung der fruchtbaren Tage (Zyklusmonitoring), Untersuchung des Mannes mit Hilfe eines Spermiogramms sowie Untersuchung der Durchgängigkeit der Eileiter. Eine klare Diagnostik, um die individuell unterschiedlichen Ursachen der Unfruchtbarkeit zu finden, ist entscheidend für eine gezielte Therapie. »Drauflos therapieren« ? wie gut gemeint auch immer ? ist meistens wenig sinnvoll!

Kurzgefasst: Hormonstatus, Spermiogramm und Abklärung der Eileiter sind die wichtigsten Untersuchungen!

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat die hormonelle Behandlung?

Die im Rahmen einer In-Vitro-Fertilisation oder ICSI nötige Hormonbehandlung erfolgt mit Botenstoffen - es handelt sich also nicht um künstliche Hormone! Diese Botenstoffe erhöhen die körpereigenen Hormone und verstärken somit die im Rahmen eines weiblichen Zyklus natürlicherweise stattfindenden Wirkungen und Wechselwirkungen. Durch Stimulation während der Behandlung kann es in seltenen Fällen zu einem so genannten Überstimulationssydrom der Eierstöcke kommen. Dieses kann in drei Schweregrade eingeteilt werden, wobei Grad 3 die der schwerste und seltenste Form darstellt. Häufig sind Wasseransammlungen im Bauchraum, die zu Bauchspannen führen. Aufgrund der Größenzunahme der Eierstöcke besteht auch eine etwas erhöhte Gefahr der Stieldrehung des Eierstockes um die eigene Achse. Wir versuchen, alle Risikofaktoren im Vorfeld abzuklären. Die Hormongaben werden so niedrig wie möglich dosiert. Eine spezielle Prophylaxe in unserem Zentrum kann die Wahrscheinlichkeit des Überstimulationssyndrom auf weit unter ein Prozent verringern. Häufig wurde in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Hormontherapien auch von erhöhtem Krebsrisiko gesprochen. Eine Aussage, die aus heutiger Sicht nachweislich falsch ist.

Gibt es eine Alternative zur klassischen Untersuchung der Eileiter mittels Bauchspiegelung?

Es gibt insgesamt drei Verfahren, mit denen die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft werden kann: die Röntgenkontrastuntersuchung (Hysterosalpingographie), die Bauchspiegelung (Laparoskopie) und die Ultraschallkontrastuntersuchung (Echovist®-enhanced HyCoSy).

Die Kontrastuntersuchung der Eileiter mittels Röntgenstrahlen wurde vor 20 Jahren häufig durchgeführt, spielt aber jetzt in Deutschland praktisch keine Rolle mehr.
Das Verfahren der Bauchspiegelung ist seit Jahrzehnten etabliert und wird immer noch sehr häufig durchgeführt. Es ist ein operatives, invasives Verfahren mit potentiellen Operationsrisiken.
Das Verfahren der Ultraschalldarstellung der Eileiter (Echovist®) ist ein nicht operatives, schonendes Verfahren, das seit über zehn Jahren angewandt wird. Unsere Arbeitsgruppe hat dieses Verfahren als erste in Deutschland an der Universitätsfrauenklinik in Göttingen etabliert. Die Methode ist in einer Vielzahl von Studien überprüft worden: alle Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Echovist®-Untersuchung sicher, unkompliziert, nebenwirkungsarm und kostengünstig ist.

Das Durchspülen der Eileiter ist übrigens nicht nur eine diagnostische Maßnahme, sondern auch eine Möglichkeit, kleinere Verklebungen und Ablagerungen im Eileiter zu lösen und damit die Funktion des Eileiters zu verbessern. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einem positiven Pertubationseffekt. 

 

Was versteht man unter Endometriose?

Endometriose ist eine gutartige, manchmal schmerzhafte, chronische Vermehrung von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter. Sie betrifft etwa fünf Prozent aller Frauen. So wie die normale Gebärmutterschleimhaut, verändern sich die Endometrioseherde ? zum Teil spürbar ? während des Zyklus.
Die Endometriose befällt meist den Beckenraum. Am häufigsten sind dabei die Eierstöcke und die Eileiter betroffen. Die Ursachen für die Entstehung der Endometriose sind noch immer nicht vollständig geklärt. Folge der Endometriose ist häufig eine Einschränkung der Eileiterfunktion! 

Kann man eine milde Form von Endometriose aufgrund von Blutwerten erkennen?

Der klassische Endometriose-Marker CA125 erkennt meist nur schwerere Formen von Endometriose. Ein neuer Blutmarker ist das »Interleukin-6«. Hierbei handelt es sich um einen Botenstoff, der sehr viel genauer als CA125 ist und auch leichte Formen von Endometriose erkennt.

Wozu dient der Postkoital-Test?

Beim Postkoital-Test (auch Sims-Huhner-Test genannt) wird am Tag nach dem Geschlechtsverkehr eine Schleimprobe aus dem Gebärmutterhals entnommen. Dann wird die Anzahl an beweglichen Spermien mikroskopisch gezählt. Bei diesem Test handelt es sich um ein altes diagnostisches Verfahren aus der Zeit, als noch keine computergestützten Differentialspermiogramme durchgeführt wurden.

Heute gilt der Test allgemein als veraltet, da er sehr ungenau ist und kaum reproduziert werden kann. Unterschiedliche Untersucher kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen (hohe Intra- und Interobservervarianz)! Es gibt interessanterweise auch keine aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten mehr zu diesem Verfahren!

Was wird bei einem hormonellen Basis-Check alles untersucht?

Prinzipiell sollten sämtliche Hormone und Botenstoffe, welche die Fruchtbarkeit beeinflussen können, am Anfang einer Kinderwunschbehandlung kontrolliert werden, da etwa die Hälfte aller Störungen hormoneller Natur sind. 

Zu den wichtigsten Hormonen gehören neben den weiblichen Geschlechtshormonen und Botenstoffen die männlichen Hormone und die Schilddrüsenhormone. Darüber hinaus untersuchen wir, ob eine erhöhte Thrombose-Neigung besteht, da diese unter Umständen einen negativen Einfluss auf eine mögliche Einnistung haben kann. 

Die Hormonuntersuchungen erfolgen bei uns auf höchstem Qualitätsniveau.  Die am Hormon Zentrum München durchgeführten regelmäßigen, externen Qualitätskontrollen finden Sie » hier.

Fragen, die den Mann betreffen (Fruchtbarkeit, Spermiogramm, Samenprobe)

Warum ist es besser, eine Samenprobe zu Hause zu gewinnen als vor Ort?

Wenn eine Samenprobe benötigt wird, bitten wir fast alle unsere Paare, diese von zu Hause mitzubringen. Hierfür haben wir ein spezielles Gefäß mit einer speziellen Nährlösung, welche die Spermien für die Zeit des Transportes mit Energie versorgt. Die Qualität der Samenprobe ist in der Regel deutlich besser, wenn sie stressfrei zu Hause gewonnen worden ist. Eine Transportzeit von einer Stunde ist völlig unkritisch. Das Gefäß sollte lediglich am Körper transportiert werden, um die Spermien warm zu halten.

Hat die Qualität der Spermien Einfluss auf die Gesundheit unseres Babys?

Da im Rahmen von IVF/ICSI oder auch Insemination häufig Samenflüssigkeit mit reduzierter Spermienqualität verwendet wird, befürchten manche Paare, dass die Gesundheit des entstehenden Kindes dadurch Schaden nehmen könnte. Dies schein nicht der Fall zu sein: wenn es zu einer Schwangerschaft und Geburt kommt, ist die Qualität der Samenprobe ohne Einfluss auf die Gesundheit des Kindes.

Was kann ich tun bei »schlechten« Spermienwerten?

Falls keine Hormonstörung vorliegt - dies sollte vorher ausgeschlossen werden -, sind die Behandlungsmöglichkeiten der männlichen Unfruchtbarkeit mit Medikamenten relativ schlecht. In jedem Fall sollte auf eine gesunde Lebensführung geachtet werden: also ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung. Ebenso sind Stress und Genussgifte zu meiden. Zigaretten-Konsum hat einen desaströsen Einfluss auf die Spermien-Produktion! Lesen Sie dazu auch, welche äußere Einflussfaktoren Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können.

Wie wird die Fruchtbarkeit des Mannes gemessen?

Die Fruchtbarkeit des Mannes wird durch Untersuchung einer Samenprobe ermittelt. Hierfür gibt es internationale Standards (nach WHO). Untersucht werden die Anzahl, Dichte, Beweglichkeit und Form der Spermien. Aus der Gesamtkonstellation der Parameter lässt sich eine Beurteilung vornehmen, ob volle oder eingeschränkte Fruchtbarkeit besteht. Wenn ein Spermiogramm geplant ist, sollte die sexuelle Karenzzeit drei Tage betragen.

Fragen zur Schwangerschaft

Muß ich mich in der Schwangerschaft von Katzen fernhalten?

Katzen wurden und werden immer wieder mit der Infektionskrankheit Toxoplasmose, welche sich fruchtschädigend auswirken kann, in Verbindung gebracht. Eine große europäische Studie hat sich des Infektionsweges der Toxoplasmose bei Schwangeren angenommen und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass der Hauptrisikofaktor für eine solche Infektion der Genuss ungenügend gegarten Fleisches ist. Auch Gartenarbeiten (Kontakt mit Erde, wo die Erreger vorkommen) stellen einen gewissen Risikofaktor dar. Der Kontakt mit Katzen ist im Vergleich zu den oben genannten Faktoren ungefährlich, insbesondere dann, wenn man sich vor jeder Nahrungsaufnahme die Hände wäscht. Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Toxoplasmosetiter vor Eintritt der Schwangerschaft durch eine Blutuntersuchung zu überprüfen. 

»Risk factors most strongly predictive of acute infection in pregnant women were eating undercooked lamb, beef, or game, contact with soil and travel outside Europe and the United States and Canada. Contact with cats was not a risk factor. Between 30 % and 63 % of infections in different centres were attributed to consumption of undercooked or cured meat products ?«  MJ 2000 Jul 15; 321(7254):142-7 Sources of toxoplasma infection in pregnant women: European multicentre casecontrol study. European Research Network on Congenital Toxoplasmosis.


Wann genau ist der 1. Zyklustag und warum ist diese Zeitangabe so wichtig?

Der erste Zyklustag ist der erste Tag der Periode und der wichtigste zeitliche Bezugspunkt für den Start Ihrer Kinderwunschbehandlung. Es ist der Tag, an dem die Regelblutung anfängt, auch wenn es nachmittags, abends oder nachts ist. Die relativ häufigen, meist harmlosen Vorblutungen oder Schmierblutungen zählen dabei nicht, sondern erst der Beginn der tatsächlichen, regelstarken Blutung! Falls Sie Zweifel bezüglich Ihres ersten Zyklustages haben, sollte dies mit Hilfe einer kurzen Blutentnahme geklärt werden.

Übrigens: die bei einigen Frauen auftretende Blutung um die Zyklusmitte hängt mit dem Eisprung zusammen und hat keinerlei Krankheitswert. Bei Unsicherheiten bezüglich des Zyklustages können wir mit Hilfe einer kurzen Blutentnahme den genauen Zykluszeitpunkt für Sie bestimmen.

Fragen zu IVF, ICSI, Insemination

Sind IVF und ICSI auch ohne Hormonbehandlung möglich?

Ja. In England sind die IVF- und ICSI-Therapie im so genannten Spontanzyklus - also im natürlichen Zyklus ?weit verbreitet. Die Erfahrungen hiermit sind prinzipiell gut. Allerdings muss betont werden, dass englische Frauen im Durchschnitt 5 bis 10 Jahre jünger sind, wenn sie IVF bekommen. Wir bieten diese Möglichkeit der künstlichen Befruchtung im natürlichen Zyklus selbstverständlich auch an. Allerdings muss vorher mit dem Arzt geklärt werden, ob dies sinnvoll ist.

Lassen sich die Erfolgsaussichten bei Insemination, IVF und ICSI in Zahlen ausdrücken?

Die Aussichten auf eine Schwangerschaft bei einer einfachen hormonellen Stimulation in Verbindung mit der Insemination liegen üblicherweise bei 20 % pro Zyklus. Wenn die Durchgängigkeit der Eileiter vorher untersucht worden ist und eine einwandfreie Durchgängigkeit besteht, lässt sich mit Insemination die Schwangerschaftsrate um den Faktor zwei bis drei erhöhen. Nach mehreren Behandlungszyklen kommt es bei etwa 50 % der Paare zu einer Schwangerschaft. Ein sehr hoher Prozentsatz, der sich damit erklärt, dass mit dieser Methode nur die leichten Formen von Fruchtbarkeitsstörungen behandelt werden.

Bei In-vitro-Fertilisationen werden weltweit Schwangerschaftsraten von 25 % angegeben. Bei der ICSI-Methode ist die Rate sogar noch etwas höher, was daran liegt, dass hier die behandelten Frauen im Durchschnitt etwas jünger sind - schließlich geht es dabei ja im Wesentlichen um die Behandlung der Fruchtbarkeitsstörung des Mannes.

Entscheidend für die Erfolgsrate ist bei der künstlichen Befruchtung die Zahl der transferierten Embryonen. Bei der IVF/ICSI-Therapie liegt die Schwangerschaftsrate nach Transfer nur eines Embryos in allen Altersgruppen relativ niedrig. Mit zunehmendem Lebensalter sinkt diese Rate weiter. Werden zwei oder drei Embryonen transferiert, steigt die Schwangerschaftsrate deutlich an, ein Effekt der mit zunehmendem Alter (ab 35) stark zunimmt.

Sind IVF/ICSI auch ohne Hormonbehandlung möglich?

Ja, in England und Japan ist die IVF/ICSI im so genannten Spontanzyklus ? also im natürlichen Zyklus ? relativ weit verbreitet. Die Erfahrungen hiermit sind prinzipiell gut. Allerdings muss betont werden, dass englische Frauen bis zu zehn Jahre jünger sind, wenn sie IVF bekommen. Wir bieten diese Möglichkeit der künstlichen Befruchtung im natürlichen Zyklus selbstverständlich auch an. Der Preis hierfür ist, dass die Anzahl an benötigten Versuchen steigt. Eine japanische Arbeitsgruppe wendet diese Methode gezielt bei Frauen an, die mit normaler, stimulierter IVF keinen Erfolg hatten.

»We describe three successful pregnancies and deliveries achieved via natural IVF cycles: the patients were older than 37 years with repeated failures by stimulated IVF.« J Assist Reprod Genet (2008) 25: 163?167 DOI 10.1007/s10815-008-9204-7

Sind Eileiterschwangerschaften nach einer In-Vitro-Fertilisation grundsätzlich auszuschließen?

Nein. Denn auch wenn die Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt wurden, können sie sich dennoch in seltenen Fällen im Eileiter einnisten.

Wie kann man die Erfolgsaussichten bei Insemination, IVF und ICSI in Zahlen ausdrücken?

Unserer Ansicht nach ist bei der Angabe von Erfolgszahlen bezüglich Schwangerschaftsraten größte Vorsicht geboten! Die Zahlen, die von einzelnen Zentren veröffentlicht werden, sind überwiegend willkürlich und können nicht kontrolliert werden! 

Wir sind der Meinung, dass eine Kontrollinstanz den Erfolg durch Überprüfung der Geburtsurkunde des geborenen Kindes messen und für alle Zentren veröffentlichen sollte (»Live Birth Rate«). Leider sind nur wenige Zentren bereit, sich derart in die Karten blicken zu lassen. Solange keine solche übergeordnete Instanz den wirklichen Erfolg ? nämlich das geborene Kind ? »misst«, ist der Vergleich der von einzelnen Zentren herausgebenen Zahlen willkürlich und wertlos!

Was die Erfolgsrate der Insemination anbelangt, haben wir hierzu bereits im Rahmen dieser Broschüre Stellung genommen. Sie liegt leider nur bei etwa 7 bis 9 Prozent. 

Entscheidend für die Erfolgsrate bei IVF/ICSI sind die Zahl der transferierten Embryonen und das Alter der Frau. Die meisten internationalen Statistiken berücksichtigen beispielsweise keine Schwangerschaftsraten von Frauen über 37 Jahren! Eine realistische, durchschnittliche Erfolgsrate pro Versuch liegt bei 35 bis 40 % bei Frauen unter 37 Jahren.

Bringt eine zweite Insemination einen Tag nach der ersten Insemination höhere Schwangerschaftsraten?

Eine chinesische Arbeitsgruppe ging der Frage nach, ob man mit einer zweiten Insemination etwa 24 Stunden nach der ersten Insemination die Schwangerschaftsrate erhöhen könne. Die Antwort fiel deutlich aus: Die Schwangerschaftsrate ließ sich fast verdoppeln! Wir können dies aufgrund unserer eigenen Daten und Erfahrungen nur bestätigen.

»Double IUI increases the pregnancy rate significantly in patients with male factor infertility, and single IUI acts as efficient as double IUI in patients with idiopathic infertility.« J Assist Reprod Genet. 2006 Feb 23; Comparing the pregnancy rates of one versus two intrauterine inseminations (IUIs) in male factor and idiopathic infertility. Institute of Human Reproduction and Stem Cell Engineering, Central South University, Changsha, Hunan Province, 410078, P.R. China.

Wie gut ist die Methode der Insemination wirklich?

Zur Effizienz und Schwangerschaftswahrscheinlichkeit der Insemination gibt es sehr kontroverse Ansichten. Bei einer Insemination werden die gereinigten und konzentrierten, schnell beweglichen Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs mit einem weichen, dünnen Schläuchlein direkt in die Gebärmutter übertragen. Hierdurch wird der Weg der Spermien wesentlich verkürzt! Das Verfahren ist einfach und für die Frau schmerzfrei. Die Spermien werden bei der Aufbereitung nicht chemisch behandelt. Es werden lediglich nach einer Art »Langstreckenlauf« im Labor die schnellsten Spermien für die Insemination ausgesucht. 

Diese Methode ist immer dann hilfreich, wenn die Spermien in ihrer Beweglichkeit oder Dichte eingeschränkt sind oder der Schleim im Gebärmutterhals schwer durchdringbar ist ? was sehr häufig im Rahmen einer Behandlung mit dem Medikament Clomifen der Fall ist. 

Im Jahre 2003 wurde eine holländische Studie veröffentlicht, bei der knapp 20.000 Inseminationen untersucht wurden. Die Studie kam lediglich auf eine durchschnittliche Schwangerschaftsrate von 9 Prozent!

Dies entspricht exakt unseren eigenen Erfahrungen. Die Insemination ist zwar die »sanfteste« aller reproduktionsmedizinischen Methoden, aber leider auch die mit den schlechtesten Ergebnissen. Deshalb führen wir an unserem Zentrum in der Regel maximal drei Inseminationen durch. Wird damit keine Schwangerschaft erzielt, ist in der Regel die ICSI erforderlich.

 

Beeinflussen die verwendeten Laborsysteme bei der IVF/ICSI die Schwangerschaftsraten?

Ja, der Einfluss des Labor-Equipments lässt sich am Beispiel der verwendeten Inkubatoren demonstrieren. 

Für die In-Vitro-Kultur menschlicher Embryonen galt bislang die verbreitete Annahme, dass es keinen wesentlichen Unterschied macht, ob Embryonen in einer atmosphärischen Sauerstoff-Konzentration von 21 % oder in einer reduzierten Sauerstoff-Konzentration von 5 % kultiviert werden. Im renommierten Fachjournal Human Reproduction ist eine Publikation einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe erschienen, die sich mit dieser Thematik eingehend befasst. In Zahlen sieht der direkte Vergleich wie folgt aus: während in der ersten Gruppe (mit 21 % O<sub>2</sub>) bei 115 Zyklen 49 Babys zur Welt kamen, waren es in der zweiten Gruppe (mit 5 % O<sub>2</sub>) bei gleicher Zyklenzahl 66 Babys. Dies bedeutet eine Steigerung der »Baby-Take-Home-Rate« um den Faktor 1,85! 

Im Kinderwunsch Zentrum an der Oper werden ausschließlich diese Inkubatorsysteme mit geringerem Sauerstoff angewandt!

Wie sind die Langzeiterfahrungen mit Kindern, die durch ICSI gezeugt wurden?

Im Jahre 2006 wurde eine ermutigende Studie veröffentlicht, bei der 150 ICSI-Kinder im Alter von acht Jahren mit Gleichaltrigen Nicht-ICSI Kindern untersucht und verglichen wurden: Beide Gruppen waren gleich gesund.

»The two groups were similar in terms of pubertal stage and no important differences were found on neurologic examination. Finally, the ICSI children showed no greater need for remedial therapy, surgery, or hospitalization, compared with controls. The overall general health of these 8-year-old ICSI singletons seems satisfactory...« 

Human Reproduction 2006, Florence Belva, AZ-VUB-Medical Genetics, Belgium: 8-year-old ICSI children in good health

Fragen bzgl. Fehlbildungen

Ist nach IVF/ICSI die Fehlbildungsrate erhöht?

Das Risiko für Fehlbildungen bei den Kindern aus assistierter Reproduktion wird in der medizinischen Fachliteratur uneinheitlich bewertet. Während in den meisten Studien kein erhöhtes Risiko gefunden wurde, gibt es Studien, die auf eine eventuelle, geringgradige Erhöhung des Fehlbildungsrisikos hindeuten könnten. Es besteht aber Uneinigkeit, ob das zusätzliche Risiko allein durch das sogenannte Hintergrundrisiko (z. B. erhöhtes Alter der Paare, die ICSI in Anspruch nehmen sowie Mehrlingsschwangerschaften) oder durch die bei der künstlichen Befruchtung angewandten Methoden bedingt ist. 

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Risiko für Fehlbildungen gegenüber normal entstandenen Kindern geringfügig erhöht erhöht sein könnte: bei Berücksichtigung der negativen Voraussetzungen seitens der Eltern (häufiger höheres Alter, Übergewicht der Frau und genetische Veränderungen) allerdings lediglich etwa um 0,5 %.

Für jede Schwangerschaft nach ICSI wird daher eine vorgeburtliche Diagnostik angeboten. Zusätzlich empfehlen wir eine erweiterte Ultraschalldiagnostik in der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche (Organ-Ultraschall). 

Sind Fehlgeburten nach Sterilitätsbehandlungen häufiger?

Fehlgeburten nach In-vitro-Fertilisation liegen etwas höher als bei »normalen« Schwangerschaften. Der Grund liegt jedoch nicht in der IVF-Methode, sondern darin, dass IVF-Schwangere im Durchschnitt älter sind und das Risiko einer Fehlgeburt mit dem Lebensalter ansteigt.

Gibt es eine Häufung von Fehlbildungen nach Kryotransfer?

Diese Frage ist nach der derzeitigen Datenlage mit NEIN zu beantworten.