Die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen basiert auf drei Grundpfeilern: Untersuchung der Hormone bei Mann und Frau, Untersuchung der Zeugungsfähigkeit des Mannes mit Hilfe eines Spermiogramms sowie Untersuchung der Funktionsfähigkeit der Eileiter bei der Frau.
Eine klare und zügige Diagnostik ist entscheidend für eine gezielte Therapie. »Drauflos therapieren und probieren« - wie gut gemeint auch immer - ist meistens wenig sinnvoll!
Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Untersuchungen, die durchgeführt werden können, um die Ursachen der Kinderlosigkeit zu ermitteln und Ihren Kinderwunsch zu erfüllen:
Die gynäkologische Untersuchung ist eine Basisuntersuchung, bei der sich organische Fehlbildungen feststellen lassen, die die Schwangerschaftschancen mindern können. Diese Untersuchung ist in der Regel bereits bei Ihrem Frauenarzt erfolgt.
Eine Ultraschalluntersuchung ist oft richtungweisend für Myome, Polypen oder Endometriose. Außerdem ist mit dieser Methode eine Aussage über die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut möglich.
Neben den »typischen« weiblichen Hormonen können auch andere Hormone, wie zum Beispiel die Schilddrüsenhormone für den unerfüllten Kinderwunsch mitverantwortlich sein. Eine Vielzahl von Hormonen haben einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.
Die Hormondiagnostik erfolgt durch eine einfache Blutentnahme. Die Untersuchung erfolgt im eigenen Hormonlabor unter konsequenter Anwendung modernster Analysetechniken wie radioimmunologische Verfahren (RIA) und Chemilumineszenz.
Die Ergebnisse der Hormondiagnostik werden dann mit Ihnen besprochen und - falls nötig - therapiert.
Auch beim Mann kann eine Hormonanalyse wichtig und aufschlussreich sein! Insbesondere dann, wenn eine Einschränkung der Spermienqualität vorliegt oder Symptome wie Leistungsminderung, Vitalitätsverlust, Gewichtszunahme, Müdigkeit und/oder Abgeschlagenheit erkennbar sind. Eine Hormonuntersuchung ist auch bei abnehmender Libido oder Impotenz sinnvoll.
Die wichtigste Untersuchung, um Unfruchtbarkeit beim Mann festzustellen, ist das Spermiogramm. Dazu wird das Ejakulat nach einer Karenzzeit (Zeit ohne Verkehr oder Masturbation) von 3 Tagen durch Masturbation gewonnen. Die Karenzzeit wird zum einen aus Gründen der Standardisierung (Vergleichbarkeit von Befunden) eingehalten und zum anderen, da ein zu kurzer Abstand zum letzten Verkehr die Spermiengesamtzahl negativ beeinflussen kann, eine zu lange Wartezeit wiederum verschlechtert die Beweglichkeit der Samenfäden.
Die Diagnose wird dann mit einer exakten computergestützen Sperma-Analyse unter dem Mikroskop erhoben (CASA).
Beim Zyklusmonitoring werden zwei Untersuchungsmethoden kombiniert: der Ultraschall und die Bestimmung des Östradiols ? das ist ein Hormon, das ausschließlich vom wachsenden Follikel (Eibläschen) gebildet wird und daher eine sehr präzise Aussage über seine Reife zulässt.
Meist beginnt das Zyklusmonitoring am 7. bis 10. Tag nach der Regelblutung. Es werden Ein bis zwei Ultraschalle in einem Abstand von einigen Tagen durchgeführt. An diesen Tagen wird dann auch jeweils Blut abgenommen, um Informationen über den aktuellen Hormonstatus zu bekommen. In der Mitte der zweiten Zyklushälfte erfolgt dann meistens nur noch eine Blutabnahme zum Ausschluss einer Gelbkörperschwäche.
Eine äusserst wichtige Untersuchung bei unerfülltem Kinderwunsch ist die Bauchspiegelung, welche bei der Überprüfung der Eileiter eingesetzt wird. Sie ist wesentlich aussagekräftiger, aber auch invasiver als die anderen Methoden der Überprüfung der Eileiterfunktion, da man nicht nur die Eileiter, sondern auch Gebärmutter, Eierstöcke und den gesamten übrigen Bauchraum beobachten kann. So können auch Verwachsungen, Myome, Endometriose und andere Veränderungen erkannt werden. Die Bauchspiegelung erfolgt in Vollnarkose.
Vor dem Eingriff wird über die Scheide eine spezielle Spritze am Gebärmutterhals angebracht, mit der dann ein harmloser blauer Farbstoff in die Gebärmutter gespritzt wird. Über einen kleinen Schnitt im Bauch wird ein Sichtgerät eingeführt. Man kann bei durchgängigen Eileitern den Farbstoff dann in den Bauchraum austreten sehen. Über das Sichtgerät können auch alle anderen wichtigen Organe auf einem Monitor betrachtet werden.
Über einen weiteren kleinen Schnitt im Schamhaarbereich wird ein Stab eingeführt, mit dem man die Organe abtasten und auf ihre Beweglichkeit überprüfen kann. Die Bauchspiegelung wird in unserer Praxisklinik inder Westendstraße in München im Rahmen eines ambulanten Eingriffs durchgeführt.
Mit dieser ambulanten Ultraschallntersuchung wird die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft. Zunächst wird über die Scheide eine spezielle, harmlose Zuckerlösung (Echovist®-Lösung) eingespritzt. Über einen Ultraschallkopf in der Scheide wird anschließend beobachtet, wie die Flüssigkeit in die Eileiter abläuft. Daran lässt sich erkennen, wie durchlässig diese sind.
Aufgrund des positiven Spüleffektes (Pertubationseffekt) kommt es im Anschluss an diese Behandlung häufiger zu einer Schwangerschaft.
In seltenen Fällen liegt eine erhöhte Zähigkeit des Zervixsekrets im Gebärmutterhals vor: man spricht dann von einer so genannten zervikalen Sterilität. Um dies zu überprüfen, wird nach Geschlechtsverkehr eine Sekretprobe aus dem Gebärmutterhals entnommen. Diese Entnahme ist völlig schmerzfrei. Hierbei wird die Anzahl an beweglichen Spermien nach Geschlechtsverkehr unter dem Mikroskop gezählt. Sinnvoll ist ein solcher Test allerdings nur, wenn ein unauffälliges Spermiogramm des Partners vorliegt, da bei eingeschränkter Spermienfunktion der Test nur bedingt oder gar nicht verwertbar ist. Auch die Einnahme des häufig verordneten Medikamentes Clomifen beeinflusst das Testergebnis negativ.
Die richtige Behandlung bei erhöhter Zähigkeit des Sekrets ist die Inseminationsbehandlung, da hierbei die Spermien am Schleim vorbei direkt in die Gebärmutter gebracht werden. Dadurch kann es zu keiner Interaktion zwischen Schleim und Spermien mehr kommen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Insemination ist selbstverständlich die Durchgängigkeit der Eileiter.
Bei der Gebärmutterspiegelung wird die Gebärmutterhöhle betrachtet, um Veränderungen zu erkennen, die Blutungsstörungen bedingen können oder die Einnistung eines Embryos verhindern. Dazu wird eine kleine Kamera (2 bis 5 mm gross ) von der Scheide aus in die Gebärmutterhöhle vorgeschoben. Bei dieser Untersuchung wird nach Myomen in der Schleimhaut gesucht sowie nach Polypen, Fehlbildungen der Gebärmutter und Verklebungen.
Dieser Eingriff wird oftmals zusammen mit der Bauchspiegelung durchgeführt.

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